Premiere bei Wind und Wellen

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind? Für die wackeren „Schnuppis“ galt bei ihrem stürmisch-kalten Einführungskurs am vergangenen Wochenende wohl eher das Motto „Nur die Harten kommen in den Garten“ – oder eben ins Ruderboot. Denn obwohl kaum einer oder eine die aufbrausenden Windböen als „himmlisch“ betrachtet haben dürfte, die vor allem am Freitagnachmittag mal nass, mal trocken über die Hamme fegten und für ordentliche Wellen sorgten, bestiegen unsere Schnupper-Ruderer unter der souveränen Regie von Karola, Enno, Brigitte und Hannes tapfer die Gig-Boote und schafften es, ohne Kentern sicher zum Steg zurück zu kehren.

Verfrorene Hände

Dass man sich unterwegs auch einmal in der Uferböschung verhakte, war den zur Stabilisierung im Bug eingesetzten erfahrenen Vereinsmitgliedern nicht anzulasten. Immerhin bekamen die Neulinge dadurch einen realistischen Eindruck von den Wind- und Wetterverhältnissen auf der Hamme. Das Erstaunliche: alle „Schnuppis“ haben den Kurs vollständig durchgezogen und sowohl am Samstag als auch Sonntag weitergemacht. Hut ab! Waren die Temperaturen doch derart im Keller, dass die verfrorenen Hände zum Teil kaum die Skulls greifen und steuern konnten.

Ausgleich zum Alltag

Mittags ging es zum Aufwärmen ins Bootshaus und zur Stärkung gab es den Klassiker: Würstchen mit Kartoffelsalat. Dabei konnte man sich ein bisschen besser kennenlernen und auch über die Motivation austauschen, wieso man es jetzt gerade mit dem Rudersport versuchen will. Deutlich wurde hier wieder einmal: die meisten Anfänger suchen einen Ausgleich zum „sitzungsreichen“ Alltag und/oder eine sportliche Betätigung für den (Vor-) Ruhestand. Viele haben ihre Familienphase hinter sich und wollen nun auch sich selbst einmal etwas Gutes tun. Und was könnte man seinem Körper Besseres tun, als ihn regelmäßig in sportlicher Gemeinschaft über die Hamme zu bewegen? Auch der Geist profitiert natürlich davon.

Rudern ist wie Orchesterspiel“

„Ich war am Samstagabend derart fertig, dass ich Muskeln gespürt habe, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt“, berichtete ein Schnupper-Fan. „Genau das hat mich bewogen, am anderen Tag weiter zu machen.“ Andere berichteten über anfängliche Schwierigkeiten mit der Koordination. „Ich finde Rudern gut, weil man einen Rhythmus suchen und finden muss und mit anderen zusammen im Boot sitzt“, erklärte eine junge Teilnehmerin. Rudern sei insofern ein bisschen wie Orchesterspiel.

Idealer Gesundheitssport

Rudern gilt als Kraft- und Ausdauersport gleichermaßen, das hat die meisten „Schnuppis“ wohl auch zum Clubhaus bei Tietjens Hütte an den Steg gelockt. Denn vor allem zur Lebensmitte hin merken viele: da geht noch was, aber man muss auch etwas dafür tun! Der alljährlich stattfindende Kurs ist mit dem Zertifikat „Gesundheitssport Rudern“ des Deutschen Ruderverbandes ausgezeichnet. Voraussetzung für das Zertifikat ist die Anleitung durch qualifizierte Übungsleiter und erfahrene Kurshelfer. Dank ihres ehrenamtlichen Einsatzes an allen drei Tagen konnte der Kurs auch diesmal wieder erfolgreich durchgeführt werden. Dank also nochmals an alle Helfer und schon jetzt ein herzliches Willkommen denjenigen Schnuppis, die unseren Verein mit seinem wunderschönen Ruderrevier in Zukunft bereichern wollen!!

Text: Birgitta vom Lehn Fotos: Birgitta vom Lehn und Jenny Bredul