RV OSCH zurück auf der Oste
Vom 27. bis 29. Juni luden die Wassersportfreunde Hemmoor e.V. zum Oste-Marathon. In diesem Jahr feierte die Langstreckenregatta ihr 50. Jubiläum, seit 35 Jahren wird sie als 80-Kilometer-Marathon ausgerichtet. Von Anfang an mit dabei: Der Ruderverein Osterholz-Scharmbeck.
Hans Ehlich hat viele Erinnerungen an die Oste-Regatten, an denen er seit 1975 gemeinsam mit seiner Frau Elke mit wechselnden Mitfahrenden, „je nachdem, wer gerade Lust hatte“ teilnahm. Als Wanderruderer stets in aller Ruhe: „Platzierungen waren uns nicht so wichtig, wir wollten einfach die Strecke machen.“ Er kommt ins Erzählen, von Medaillen aus Ton, die einst ein Osterholzer anfertigte und von ihm mit zur Regatta gebracht wurden; von einer Kollision mit einem Bremer Boot, da „die schmächtigen Steuerleute gar nicht an den Schultern der Ruder*innen vorbei sehen konnten.“
In einem Kiebitz-Beitrag aus dem Jahr 2005 berichtet Helga Zwingmann von elf Teilnehmer*innen. Auch Elke Näwig war damals mit dabei. Sie sagt vor etwa zehn Jahren sei Schluss gewesen mit der regen RV OSCH Beteiligung und befragt mich zum Wetter am Starttag: „Bikini oder Mütze?“
In diesem Jahr vertrat ich den RV OSCH beim Oste-Marathon in einer Renngemeinschaft mit dem BRV82, ORV, HRV und BRCH bei idealen Marathontemperaturen um die 20 °C. Aber vor allem auf der ersten Etappe (20 km bis zum Ostesperrwerk) sorgte ein kühler Gegenwind für einen anspruchsvollen Auftakt – starke Wellen hielten das Boot in Bewegung.
Nach einer kurzen Wattpause am Osteriff ging es vom Sperrwerk zurück zum Verein – unsere Paradeetappe. Mit einem technisch sauberen Endspurt sicherten wir uns den 3. Etappenplatz und waren das erste Boot, das beim Verein anlegte. Dort wartete ein wohlverdientes und leckeres Mittagessen auf uns.
Für die abschließende Etappe von 38 km zur Bahnbrücke Hechthausen und zurück wählten wir einen frühen Start, der sich später als taktisch ungünstig herausstellte: Wir mussten fast die gesamte Strecke gegen die Strömung rudern – ohne jede Unterstützung durch das ablaufende Wasser. Dennoch überholten wir alle Teams, die vor uns gestartet waren. Kurz vor dem Ziel, im Kampf gegen die letzte Strömung, kamen uns die später gestarteten Favoritenteams mit der Tide im Rücken locker entgegen.
Bei der Siegerehrung am späten Abend hörten wir am Nachbartisch eine Stimme sagen: „Bestimmt hat die Hamme II gewonnen“ – Musik in unseren Ohren, denn das war unser Boot, eine Bremer Leihgabe. Wir wussten zwar, dass das rechnerisch nicht möglich war, aber freuten uns über den Eindruck, den wir hinterlassen hatten.
Am Ende nahmen wir einen respektablen 4. Platz mit nach Hause – in einem Feld aus Marathonis von Itzehoe bis Essen, von Berlin bis in die Niederlande und Frankreich. Außersportliche Highlights der Veranstaltung waren, heute wie damals, die Begegnung mit Seehunden im Watt, die herzliche Atmosphäre und die perfekte Organisation.
Nächstes Jahr wollen wir es mit einer besseren Tidenstrategie wieder versuchen – und hoffentlich – in alter Tradition – wieder mit mehr Teilnehmer*innen aus Osterholz-Scharmbeck!
Text: Jenny Bredull
Bilder: Achim Eberhard, Henrik Nagel, Jannes Rosig








